Montag, 17. Juli 2017

Zur Wirkungsgeschichte des Zisterzienser-Ordens (aktualisiert)

Neu:
LVR-Landesmuseum Bonn (Hg.): Die Zisterzienser: Das Europa der Klöster.
Darmstadt: Theiss (WBG) 2017, Abb., Glossar --- Rezension in Vorb.

Details zur Ausstellung im Rheinischen Landesmuseum (LVR) Bonn: hier (bis 18.01.2018)

Klosterkirche Marienrode (Hildesheim)
Immo Eberl: Die Zisterzienser.
Geschichte eines europäischen Ordens.
Stuttgart: Thorbecke 2002, 616 S.
Details zur Neuauflage 2007: hier
In der europäischen Kulturentwicklung ist der Zisterzienser-Orden ein Phänomen. Er breitete sich als klösterliche Reformbewegung im 12. Jahrhundert geradezu rasant in ganz Europa aus. Sein entscheidender Promotor ist Bernhard von Clairvaux (ca. 1090 - 1153). Ein Blick in die deutschen Landschaften - besonders östlich der Weser - markiert eindrucksvoll, wie sich aus einer oft menschenfeindlichen Natur durch  Landkultivierung und Architektur Zivilisation entwickelte und gleichzeitig prägend wirkte. Dazu trug auch in erheblichem Maß der weibliche Zweig des Ordens bei.
Vor uns liegt nun eine Gesamtdarstellung der Ordensgeschichte; die nicht bei der Frühzeit stehen bleibt, sondern die Wirkungsgeschichte bis in die Gegenwart auszieht. Es ist eine ausgesprochen sorgfältig recherchierte und umfassend aufgebaute Arbeit, der man allerdings noch ein ausführliches Register gewünscht hätte, um die verschiedenen Aspekte der Ordensgeschichte und Klöster auch über "Quereinstiege" leichter zu finden als in dem nur grobe Überblicke gewährenden Inhaltsverzeichnis. Dies schiene mir umso wichtiger, als die Geschichte des Zisterzienserordens auch über Europa hinaus bedacht wird. Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Ordensgeschichte im nord- und ostdeutschen Raum sowie in Osteuropa und Skandinavien noch mehr zur Sprache gekommen wäre. Vielleicht geschieht das jedoch durch die weitere Arbeit des Autors.
Der Rezensent war übrigens mehrere Jahre Pfarrer in Hildesheim, zu dessen Gemeinde das von  Morimond (http://www.cistercium.info/kloster-m/morimond.html) gegründete, später der Hannoverschen Klosterkammer unterstellte Zisterzienserkloster Marienrode http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Marienrode gehörte. Inzwischen hat sich dort ein Benediktinerinnen-Konvent http://www.kloster-marienrode.de/kloster/index.html angesiedelt, der die alte klösterliche Tradition wieder aufgenommen hat.
Das Gesamtkonzept des Autors Immo Eberl (Leiter des Stadtarchivs Ellwangen/Jagst und apl. Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Tübingen, kein Ordensmitglied!) geht von den Anfängen in Frankreich und der Schlüsselrolle des Bernhard von Clairvaux hin zu der langsam sich aufbauenden Favoritenrolle, die der Orden bei Fürsten, Grafen und Wirtschaftsleuten bis hin zum Vatikan spielte. Dabei kommen jedoch die Beschreibungen von Spiritualität, Architektur, Kunst, Wissenschaft und Liturgie im Orden keineswegs zu kurz, ja nehmen das Hauptgewicht im vorliegenden Buch ein.
Spannend ist, wie die ersten Entwicklungsphasen bis zum Ende des 13. Jahrhunderts durch andere Tendenzen bereits im Spätmittelalter und in der Reformationszeit abgelöst werden, wie aber auch innere Streitigkeiten der verschiedenen Observanzen und das sich ändernde Weltbild durch Barock, Aufklärung und Säkularisation schließlich den Orden in den Niedergang und teilweise Auslöschung drücken. Dem folgt erst am Ende des 19. Jahrhunderts ein langsamer Wiederaufstieg, in der die strenge Observanz (vgl. S. 499ff) letztlich die höhere Attraktivität hat, unabhängig davon, dass der Orden zu allen Zeiten gut mit den jeweils modernen Kommunikationsmitteln umzugehen wusste und weiß (Manuskriptverbreitung, Buchdruck, Internet). – Dieses Buch macht es deutlich: Der Zisterzienserorden wird auch in Zukunft zu den gesellschaftlichen Reformkräften gehören, wenn auch nicht so plakativ wie im Mittelalter.

Vgl.
Die Bedeutung der 850-Jahr-Feier des Klosters Marienrode
für eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde (1975)
 


Die Rezension des Buches von Immo Eberl erschien zuerst in: Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.): Wegmarken zur Transzendenz. Religionen im Gespräch, Bd. 8 (RIG 8). Balve: Zimmermann 2004, S. 458-459 

Reinhard Kirste --- Rz-RIG8-Eberl-Cist, bearbeitet 06.10.2015
 Mehr zum Zisterzienerorden: hier 
Zisterzienser-Literatur im Klosterladen Eberbach

 Frankreich


Pauline de PrévalUne saison au Thoronet. 
Carnets spirituels.
Paris: Seuil 2015, 208 S.--- 
 «Il est des lieux qui vous habitent à peine y avez-vous pénétré et  ne vous quittent plus qu’ils ne vous aient transfiguré. » Ainsi, pour  Pauline de Préval, de l’abbaye cistercienne du Thoronet.
À l’écoute  du cantique de pierre et de lumière qui continue de s’y élever, la  jeune femme médite tout ce que ce lieu et les mystiques qui l’ont  inspiré peuvent encore insuffler à notre temps,
à quelles  interrogations, angoisses ou espérances ils continuent de répondre ... 
«


Julie Roux (réd.): Les Cisterciens.
Vic-en-Bigorre:MSM 1998, 2005, 225 S., Abb.
L'aventure cistercienne débute en 1098, lorsque Robert de Molesme, Albéric et Etienne Harding, animés par la volonté d'un retour à la Règle de saint Benoît, fondent, en un lieu appelé Cistels, leur Novum Monasterium. Avec Bernard de Clairvaux, l'Ordre de Cîteaux multiplie ses fondations. Appréciés des pouvoirs religieux et politiques, grands organisateurs, ceux que l'on a appelés les moines blancs façonnent une théologie mystique originale, tout en ouvrant de nouvelles voies à l'art et à l'architecture. Aujourd'hui encore, les fils spirituels des fondateurs de l'Ordre, membres de la grande famille cistercienne, continuent à en écrire l'histoire.


Paris: Collège des Bernardins

 Le Collège des Bernardins  
 - ehemalige Universität
   der Zisterzienser in Paris

Le Collège des Bernardins


 

 

 

Le Collège des Bernardins, Responsable(s):
Préface: André Vingt-Trois.

Connaissance des arts.
Paris.
Collection Connaissance des arts,
hors série , numéro 370
  (septembre 2008)

Empfehlung von La Procure ( = Mediengruppe für religiöse Bücher):

Benoît XVI a honoré de sa présence le collège des Bernardins soulignant ainsi l'importance et le prestige de cet édifice magnifiquement restauré et qui retrouve son rôle de foyer culturel de premier plan. Deux ouvrages pour découvrir ce haut lieu d'art et de spiritualité, le numéro spécial de connaissance des arts et un album plus détaillé et illustré. Un endroit à découvrir et à visiter impérativemen
t.




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